Samstag, 20. November 2004

Vor einem Jahr wachte ich morgens um fünf mit leichtem Ziehen im Unterleib auf, dass sich während des Haarewaschens in den schmerzhaften Bereich hochschaukelte und mir um 12:05 Uhr im Klinikum Ernst von Bergmann in Potsdam unsere zweite Tochter bescherte. Ein schwarzhaariges wunderschönes Mädel. Der ausgewählte Name "Fabienne Isabel" passt auf den ersten Blick.

Heute sitze ich mit zwiespältigen Gefühlen bei meiner Mutter am Frühstückstisch mit einer putzmunteren, aber schwerkranken Fabienne. Ich sehne mich nach Ingo und Ariane, nach der heilen Familie die wir bis vor ein paar Wochen waren. Aber noch gab es keine Entwarnung, noch dürfen wir wegen der zu Hause vorherrschenden Magen-Darm-Grippe nicht in unsere eigenen vier Wände zurückkehren.

Fabienne bekommt das erste Mal Neupogen (G-CSF) gespritzt, meine Hausärztin übernimmt diese Aufgabe. Gespritzt wird s.c., also unter die Haut. Ich könnte es lernen, aber ich traue mich (noch) nicht. Vielleicht lasse ich es mir zeigen, wenn sich alles irgendwie eingespielt hat. Die kleine Maus läßt den Pieks ohne Murren über sich ergehen. Und unsere Hausärztin gibt Entwarnung, was die Ansteckungsgefahr betrifft. Wir beschließen, einen Tag abzuwarten und dann am Sonntag die Familie wieder zu vereinen.

Nach dem Spritzen hole ich von zu Hause das Geburtstagsgeschenk. Auspacken darf Fabienne gleich anschließend bei Oma. Mit Onkel Dennie macht das besonders viel Spaß und die vielen Tiere der Arche Noah werden gleich bewundert. Der offensichtliche Spaß, das fröhliche Lachen - Balsam für die Seele. Nicht nur für meine, auch meine Mama scheint davon einiges in sich aufzusaugen.