Montag, 24.1.2005

Fabienne kommt nicht zur Ruhe: Kaum aus dem OP, schon kommt der nächste Block. Beginn ist heute. Wir nutzen die Gunst der Stunde, dass die Zytostatika noch nicht da sind, um den frisch gefallenen Schnee bei einem Spaziergang zu genießen.

Punkt zwölf ist es dann soweit und Fabienne wehrt sich erwartungsgemäß gegen das Anstöpseln. Immer wieder fuscht sie der Ärztin mit abwehrenden Händen in die Arbeit. Doch es führt kein Weg vorbei. Zwar akzeptiert Fabienne bald Tropfständer und das gewohnte Sicherungsgeschirr, aber diesmal zeigt sie auch immer und immer wieder auf den Ständer und schimpft.

Fabienne hat ein neues Wort gelernt, wie mir scheint. Es ist die Silbe "aua", die sie immer mal wieder zu Ausdruck bringt, wenn man Pflaster abmacht. Und weil das mit dem Laufen immer noch nicht klappen will, verlagert sie ihren nächsten Entwicklungsschritt in eine andere Ebene: Sie geht aufs Töpfchen, sie fordert es mit Gesten und Fingerzeig sogar vehement ein. Die Schwestern schütteln verwundert den Kopf, ich füge mich den Wünschen des Kindes und sie ist glücklich damit.