Samstag, 29.1.2005

Letzter Tag vom Block, Zeit zum Sachen packen. Wir gehen nach Hause. Es wird Zeit, denn seit zwei Tagen ißt Fabienne rein gar nichts, stillt nur regelmäßig und ist megaanstengend, weil mies drauf. Doch wer will es ihr verübeln? Ich lasse sie schlafen und gebe ihr Nähe, wenn sie sie sucht. Ich kann das bettelnde Gesicht nicht mehr ertragen, dass zu dem Mädel gehört, welches mit dem Finger erst auf den Tropfständer zeigt und dann mit einem bittenden "da" nach draußen. Es bricht mir das Herz, Fabienne sehnt sich nach Spaziergang, nach zu Hause ...


Doch zuvor ist noch das Ziehen des Fadens angesagt. An der Brust wurde nicht genäht, aber die fast 10 cm am Bauch sind genäht worden. Mit verdeckter Naht, nur an den Enden kommt der Faden raus und ist dann miteinander verknotet. Der Stationarzt, ein junger netter Mann, ist heute zu Scherzen aufgelegt und meint, ich solle den Faden doch selber ziehen, das sei nicht so schwer. Ich bestehe aber darauf, dass er es sich mit Fabienne verscherzt.

Fabienne brüllt erwartungsgemäß beim Ziehen. Die Austrittsenden des Fadens werden noch einmal mit Salbe und Pflasterstücken bedeckt, die Restnaht bleibt offen. Sie ist gut und vor allem überraschend schnell verheilt, wie die an der Brust auch. Ich bin sicher, dass ich das auch unserer postoperativen homöopatischen Mischung zu verdanken habe. Das Pflaster darf ich abends abmachen, sagt mir der Arzt. Dann wird Fabienne von der Schwester abgestöpselt. Wir sind abreisebereit.

Die Umstellung auf zu Hause fällt diesmal unerwartet schwer aus. Fabienne weint und weint, als sie in ihr Bett soll. Ich weiß nicht, was ich machen soll, denn eigentlich müßte ich was essen und Ingo ist nicht da.