Sonntag, 24. Oktober 2004

Ariane hat sich verändert. Sie ist so in sich gekehrt, zurückhaltend. Kein spontanes Loslachen, eher ein nachdenklicher Blick. Es bricht mir fast das Herz, sie so zu sehen. Ich kann ihr schwer erklären, warum nun alles anderes ist. Sie weiß, dass Fabienne krank ist und Mama auf sie aufpassen muß im Krankenhaus. Aber verstehen? Dafür ist sie mit ihren zwei Jahren zu klein.

Fabienne leidet unter extremen Stimmungsschwankungen. In der einen Minute noch lustig, weint sie kurze Zeit später einfach unvermittelt los. Ich kann viele Tränen einfach nicht deuten und fühle mich als Versager.

Das erste Wundwerden beginnt trotz häufigem Wickeln. Ich bekomme eine spezielle Salbe, zum eincremen. Und ich kriege Panik, denn Fabiennes anfänglich kleine Augenhämatome verschlechtern sich zusehens. Inzwischen sind auch die Augenlider umschlossen von einem dunkelblauen Ring. Beim Pflasterwechsel sehe ich zum ersten Mal den Schlauch, der aus Fabiennes Brust kommt. Gänsehaut überläuft mich, doch ich muß mich wohl an den Anblick gewöhnen. Wenn er sich nicht entzündet, bleibt der Katheder bis zum Ende der Therapie.