Mittwoch, 20. Oktober 2004

Wir werden von der Kinderchirurgie auf die Onkologie verlegt. Fabienne wird in ihrem Bett kutschiert, eine Schwester spielt den Abholservice. Sie weiht uns dann auch in die Regeln der Station ein. Ariane ist als Besucher erlaubt, weil sie Geschwisterkind ist. Dass sie gesund sein muß, versteht sich für eine Krebsstation von selbst.

 

 

Es gibt keine Elternzimmer, aber Einzelzimmer mit Elternbelegung oder Zweibettzimmer, in die sich ein Elternteil nachts eine Liege stellen kann. Es gibt eine Elternküche, denn für Begleitpersonen gilt Selbstverpflegung.

Es gibt eine nochmalige MRT-Aufnahme in Sedierung. Allerdings geht das Medikament nicht über die Vene, Fabienne bekommt es als Rectiole in den Po. Ähnlich wie ein Zäpfchen, nur dass es flüssig ist. Die Sedierung wirkt schnell, so sie nicht wieder ausgepupst wird.

Am Nachmittag geben sich die Leute die Klinke in die Hand. Die Schwester kommt mit einem Fragebogen, der Fabienne und ihre Bedürfnisse betrifft. Ein Narkosearzt kommt und befragt mich wegen der für morgen geplanten OP. Fabienne ist die erste auf dem Plan, ich darf sie morgen früh wieder einmal nicht stillen. Ich frage nach Risiken, bitte darum Arnika geben zu dürfen. Dann kommt eine Kinderchirurgin und erklärt mir, was morgen gemacht wird. Danach mache ich mit der Schwester den Fragebogen zu Ende und Fabienne bekommt ein Mittagessen, dann wird der Blutdruck geprüft. Die Schwester ist kaum aus der Tür, da steht eine Sozialarbeiterin der Station im Zimmer. Plötzlich fühle ich mich, als wäre ich hundert Jahre alt.