Samstag, 23. Oktober 2004

Ab sofort gehen unsere Uhren anders: alle drei Stunden ist Wickeln angesagt. Das ist notwendig, weil die Zytostatika, die durch den Körper fließen, verdammt aggressiv sind.

Zum einen werden sie durch zusätzliche Gabe von NaCL-Lösung schnell aus dem Körper gespült, was mehr Urin und entsprechend volle Windeln verursacht. Zum anderen machen die Medikamente den Urin sehr "scharf", so dass er die Haut angreift. Daher sollen die nassen Windeln so kurz wie möglich an Babys Po bleiben. Fabienne verträgt die Wegwerfwindeln ohnehin nicht so gut, meine Baumwollwindeln sind allerdings aus Hygienegründen nicht erlaubt. Wir finden mit den Schwestern eine Übereinkunft: ich darf unser Windelvlies in die Windel legen, was den Po scheinbar ein wenig schützt.

Während die Giftkur (wie ich die Medikamente nenne) durch Fabiennes Körper fließen, versuchen wir mit vereinten Kräften ein soziales Hilfsnetzwerk zu Hause aufzubauen. Wer kümmert sich um den Hund? Wer kann Hausarbeiten übernehmen? In Zukunft werden wir ohne helfende Hände nicht auskommen.