Tagebuch

Sonntag, 9.1.2005

Der Block läuft soweit normal. Fabienne leidet unter den schon bekannten Stimmungsschwankungen, will immer beschäftigt werden und weiß nie, was sie will. Wenig kann man ihr recht machen.

Als würde das nicht schon genug an den Nerven zerren, kommt ein harter Schlag in die Magengrube aus einer Richtung, wo ich es nicht erwartet hätte: Bisher dachte ich, T. wär ein Freund. Noch im November zeigte er sich erleichtert, dass Fabienne so gute Fortschritte macht. Nun traf es sich dieser Tage, dass er auf einer Party war, wo Windpocken ausbrachen.

 

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Dienstag, 11.1.2005

MRT vom Kopf in Sedierung. Wie beim ersten Kopf-MRT kann die verantwortliche Ärztin auf den ersten Blick nichts finden. Auffälliges Gewebe ist also nicht da. Genaueres kann sie vorerst nicht sagen, sie muß erst alle Daten auswerten. Befunde werde ich dann wohl in der Tagesklinik erfahren, sobald sie da sind. Ich hoffe auf Freitag.

   

Mittwoch, 12.1.2005

MIBG-Szinti. Fabienne bekommt ein radioaktives Kontrastmittel gespritzt. 4 Stunden später erfolgt die erste Ganzkörperaufnahme. Ergebnisse werden keine genannt, eine zweite Aufnahme am nächsten Tag gehört aber zum normalen Programm.

   

Donnerstag, 13.1.2005

Zweite MIBG-Szinti. Wieder Ganzkörperaufnahme mit dem Rest des noch im Körper herumschwirrenden radioaktiven Mittels. Der Bauchraum ist unauffällig, der Kopf nicht. Es folgt eine Schichtaufnahme in Sedierung, da Fabienne lange still liegen muß. Sie schläft problemlos ein. Kurzdiagnose nach den Aufnahmen: Bauchraum ohne Anreicherung, also unauffällig. Kopf hat weiterhin zwei Stellen, wo sich das Kontrastmittel "bündelt". Mir schnürt es den Hals zu. Heißt das, der Tumor an der Nebenniere ist weg und stattdessen müssen die Ärzte den Kopf aufschneiden? Ich habe Angst! Morgen werde ich mehr wissen, denn da soll vom Bauchraum sowohl ein MRT als auch ein Sono gemacht werden. Kann es kaum erwarten, von dort Ergebnisse zu hören.

   

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