Tagebuch

Freitag, 18.3.2005

Ich will weinen, aber ich kann nicht. Ich will in den Arm genommen werden, aber außer Fabienne ist keiner da. Ich will Teller und Tassen an die Wand werfen, aber wer räumt den Müll wieder weg? Ich will mich verkriechen, will flüchten vor meiner Angst. Aber wer kümmert sich dann um Fabienne?

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Montag, 21.3.2005

Ich habe von schlechten Nachrichten echt gestrichen die Nase voll. Heute geht mir alles zu nah, ich will einfach nur meine Ruhe. Doch statt Ruhe erwischen wir eine Schwester, die sich über das Fehlen des grünen Heftchens beschwert, dass ich doch tatsächlich das erste Mal vergessen habe. Und das ich bisher noch nie vorzeigen mußte.

Fabienne weint bei der Untersuchung, sie mag die Ärztin nicht. Ob denn die Mengen für die Chemo schon berechnet sind, fragt mich Frau Doktor. Woher soll ich das wissen? Ich geh davon aus, immerhin soll heute Blockbeginn sein.

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Samstag, 26.3.2005

Nun liegen vier ambulante Chemoblöcke vor Fabienne, deren Nebenwirkungen wir noch nicht abschätzen können. Wird sie nach jedem Block so sehr ins Zelltief fallen, dass sie fiebert? Bekommen wir es ohne Fieber hin? Wird diese Chemo ausreichen, um alle Tumorzellen zu töten?

 

Ostern. Und wir müssen zur Kontrolle in die Klink. Hat der Oberarzt recht behalten und die Blutwerte sind gestiegen? Wird es für den Chemoblock reichen oder haben wir über Ostern Ruhe? Alles liegt im grünen Bereich. Der Infekt scheint überstanden und damit ist die Schonfrist vorbei. Allerdings gibt es einen Lichtblick: Die Ärzte haben entschieden, dass es Mesna doch als Tablette gibt. Es ist dadurch etwas höher dosiert als eigentlich benötigt. Aber es erspart das Schlucken der fürchterlich schmeckenden Flüssigkeit. Und es ist medizinisch vertretbar.

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Sonntag, 27.3.2005

Das erste heftige Übergeben haben wir um Mitternacht gehabt. Alles stinkt nach Mesna. Da das Zytostatika Übelkeit auslösen kann, schiebe ich es darauf. Denn die Medikamentengabe ist Stunden her. Fabienne bekommt Nux vomica und der Rest der Nacht verläuft normal.

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