Unsere quiekenden Vierbeiner

Esther Bruno Miss Elli Pauline

In meinem kleinen Garten,
da sieht es lustig aus,
dort wohnen viele Schweinchen
gar wohl in Saus und Braus.

Jaspis Celina schwarzes Baby von Pauline braunes Baby von Pauline Ruth - Baby von Celina

Im Frühjahr 2007 fängt alles an. Ich nehme, von einer Bekannten vermittelt, zwei Rosettenmeerschweinchen zu uns. Die ersten Wochen dürfen sie in unserem Schlafzimmer wohnen. Allerdings ist klar, dass wir sie dauerhaft in Ganzjahresaussenhaltung setzen wollen. Dafür muss es aber erst Sommer werden. Wir bauen einen Stall mit Isolierung: innen die alten unbehandelten Holzpanelle aus dem Wohnzimmer der alten Wohnung, dann Styroporplatten und aussen dickes lasiertes Profilholz. Auslauf gibt es in hundesicherer Höhe auf einem Platztisch.

Als das Wetter konstant bleibt, ziehen die Schweinchen auf die Terasse. Da eine Aussenhaltung auch im Winter nur in einer Gruppe funktionieren kann, dürfen zwei Damen von der Notschweinchenhilfe zu uns ziehen. Eine stirbt leider wenige Tage nach der Ankunft. Ersatz bekommen wir beim Tierarzt, der gerade Junge zu vergeben hat. So sind sie nun zu viert und vertragen sich gut. Den ersten Winter überstehen sie problemlos, auch wenn ich etwas Bauchweh habe. Im Frühjahr geleite ich das zweite Schweinchen aus der Nothilfe über die Regenbogenbrücke. Sie hat sich schon auf den Weg gemacht, als ich sie morgens finde. Ich will sie aber nicht leiden lassen und so hilft der Tierarzt entsprechend schonend nach. Ich machte mir Gedanken um Ersatz.

Bevor neue Schweinchen einziehen, steht ein Umbau an. Es erweist sich als unpraktisch, die Tiere auf der Terasse zu halten. Heu und Streu setzen sich in die Rillen der verlegten Platten und modern das dann vor sich hin, weil man es nicht gut abfegen kann. Nach langem Hin und Her ergeht der Beschluss, dass wir in den Vorgarten umsiedeln. Die oberste Stude des Steingartens wird dazu vorbeitetet. Wir sieben den Mutterboden, verlegen Antiunkrautflies, geben die gesiebte Erde drauf und erreichten das neue Zuhause. Der Stall bleibt, er verliert nur das von meinem Mann so liebevoll gebaute Untergestell. Der neue Auslauf wird ein Spitzdach, es gibt Unterschlüpfe und Klettermöglichkeiten und natürlich Platz für Hängematten, die unsere bisherigen Schweinchen so lieben.

Und dann suchen wir Ersatz fuer das verstorbene Schweinchen und bekommen am Ende mehr als geplant. Von einer Kindergartenmama übernehmen wir zwei Weibchen, Mutter und Tochter. Hier hatte es Probleme bei der Geschlechterbestimmung gegeben, so dass die Mutter ständig schwanger war. Als ich unsere neuen Fellchen in einem Forum vorstelle, ergibt sich eine Fragestellung, die mich ins Grübeln bringt. Ob wir noch Platz für zwei weitere haben? Eigentlich schon, nur es ist inzwischen Herbst und kühl geworden und die Notschweinchen leben bis dato eng, mit wenig Licht und drinnen. Kann ich das riskieren? In Rücksprache mit einer schweinchenerfahrenen Tierärztin riskieren wir es. Mittels Mitfahrgelegenheit kommen die beiden verschreckten Damen aus Düsseldorf zu uns. Der erste Check am Morgen ergibt, dass sie soweit gesund sind. Die anderen nehmen den Neuzugang gelassen auf. Petrus hat zu allem auch noch ein Einsehen und schickt wunderbares warmes Herbstwetter, ich kann die Tiere nachts getrost draussen lassen. Als es nach einer Woche abkühlt, ist die Integration geglückt. Unser Stall ist nun komplett, denke ich ...

Plötzlich habe ich zwei kleine Schweinchenbabys im Stall. Obwohl die Babys nicht bei uns entstanden sein konnten, kontrolliere ich alle Schweinchen. Das Mutter-Tochter-Gespann entpuppt sich als Überraschungspaket. Mutter hat die Jungen schon mitgebracht und weil das allein nicht reicht, zeigt Töchterchen in voller Pracht, dass sie ein Söhnchen ist. Mir rutscht das Herz in die Hose. Das Böckchen geht nur Stunden nach der Enttarnung und der Isolierung von den anderen zum Vorbesitzer zurück. Für mich beginnt eine bange Zeit des Wartens. Am Ende zeigt sich, dass er meine älteste Dame im Stall gedeckt hat. Sie übersteht die Geburt, die Jungen jedoch nicht. Ich behalte die verwaiste Mutter im Blick. Inzwischen lebt sie übergangsweise im Schlafzimmer, ihr Stoffwechsel ist total durcheinander, so dass wir sie nun baden und mit Spezialfutter päppeln. Zur Gesellschaft hab ich ihr das leichteste Schweinchen im Stall gegeben, dem ein bissel mehr Gewicht nicht schaden wird. Ein Abschiedsgeschenk gab es vom Böckchen auch. Am letzten Tag der bangen Zeit entbindet eins der Düsseldorfer Schweinchen ein Junges.

Unsere drei Babys wachsen und gedeihen und bleiben alle bei uns, weil sie sich als Weibchen entpuppt haben. Esther gibt am 9.5.2009 auf. Als ich sie abends von der Wiese einfange, sprechen ihre Augen eine klare Sprache. Die ganzen letzten Tagen war sie munter und vergnügt, aber mein Bauch sagt mir in dem Moment etwas anderes. Jaspis lasse in an dem Tag draußen, Esther nimmt das Alleinsein dankbar an und verkriecht sich unter den Brettchen im Käfig um dort friedlich einzuschlafen.

© Andrea und Ingo Schäfer - Zuletzt geändert Sunday, 13-Dec-2009 22:03:27 CET -
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